StartNachrichtenKreis Bad KreuznachCDU startet in Bretzenheim Wahlkampf für 2026: Martin und Ludwig erneut nominiert

CDU startet in Bretzenheim Wahlkampf für 2026: Martin und Ludwig erneut nominiert

„Es wird Zeit, die Ampel in Rheinland-Pfalz auszuschalten“

BRETZENHEIM / KREIS BAD KREUZNACH. Nach der Wahl ist vor der Wahl. So empfinden es im Moment viele Bürger. Nach der Bundestagswahl im Februar findet im März 2026 die Landtagswahl statt.

Am Montagabend nominierte die CDU für den Wahlkreis 17 (VG Langenlonsheim-Stromberg, VG Bad Kreuznach und Stadt Bad Kreuznach) in der Kronenberghalle Bretzenheim ihre A- und B-Kandidaten: Landtagsabgeordneter Dr. Helmut Martin und seine Stellvertreterin Laura Ludwig wurden von den Delegierten erneut bestätigt.

Die Freude war groß, als der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende und Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Gordon Schnieder, in Bretzenheim erschien. Die tiefe Freundschaft zwischen Schnieder und Dr. Martin, die laut Martin in der Politik selten sei, war ein besonderer Grund für seine Anwesenheit. „Ich bin froh, dass Helmut ein Teil meiner Fraktion und auch mein Stellvertreter ist. Helmut packt immer an“, lobte Schnieder.

Gordon Schnieder

In seiner Rede ging Schnieder auf die Landes- und Bundespolitik ein. „Es wird Zeit, die Ampel in Rheinland-Pfalz auszuschalten. Sie hat nur noch eine geringe Gelbphase“, so Schnieder. Er betonte jedoch, dass die Ampel nicht alles falsch gemacht habe, aber viele Themen im Stillstand seien, die von der CDU angegangen werden müssten. Zu den Kritikpunkten zählten das Gesundheitswesen und das „planlose Krankenhaussterben“. „Wir reden nicht alles schlecht, was das Land macht, sondern werden schlecht regiert. Deshalb kämpfen wir für den Politikwechsel“, so Schnieder.

Glückwünsche richtete er auch nach Berlin an Julia Klöckner, die am Nachmittag zur Bundestagspräsidentin nominiert wurde. „Julia Klöckner wird ihre Rolle am ersten Tag finden“, ist er überzeugt.

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Landrätin Bettina Dickes hat die schlechte Finanzlage der Landesregierung Rheinland-Pfalz scharf kritisiert. Sie beklagte, dass sie trotz finanzieller Engpässe gezwungen sei, Vorgaben wie das Kitagesetz oder die Schulreform umzusetzen, auch wenn sie diese kritisch sehe. Zudem fehle es an Mitteln für notwendige Investitionen in Schulen, in denen teilweise der Putz von den Wänden falle.

„Ich muss bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) kratzen und betteln, wenn ich eine Maßnahme beginnen möchte“, so Dickes. Sie sprach sich daher für einen Wechsel bei der kommenden Landtagswahl aus, da dieser „lange überfällig“ sei. Dr. Helmut Martin bezeichnete sie als „einen klugen Kopf mit einem wirtschaftlichen Kompass“. „Wir werden alles tun, um einen Wechsel hinzubekommen“, versprach Dickes.

Auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg, Michael Cyfka, hat die Landesregierung Rheinland-Pfalz scharf kritisiert. Er forderte ein Ende der seiner Meinung nach „kommunal feindlichen Politik“.

„Die Motivation in den kommunalen Gremien lässt von Jahr zu Jahr nach. Wir erleben seit über 30 Jahren, wie es nicht läuft. Deshalb benötigen wir im März 2026 einen Wechsel in der Landespolitik und unser Kandidat Gordon Schnieder hat Ministerpräsident-Format“, so Cyfka. Er betonte, dass ein Wechsel in der Landespolitik dringend erforderlich sei, um die Situation der Kommunen zu verbessern.

In seiner Vorstellungsrunde für das Amt des Landtagskandidaten ging Dr. Martin auf den landesweiten Warntag am vergangenen Donnerstag ein. „Dieser passte in unsere Zeit, da er ein Weckruf ist. Das gilt auch für die wirtschaftliche Position im Land“, so Dr. Martin. Für ihn ist es jetzt besonders wichtig, im Team geschlossen zu handeln. Dr. Martin: „Damit es besser läuft, müssen die Weichen neu gestellt werden“. Da nicht nur zu Wahlzeiten die Präsenz vor Ort wichtig sei, ist er froh und dankbar, wenn er aus den Ortsgemeinden Einladungen zu verschiedenen Themen bekommt.

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Einen kleinen Seitenhieb machte der CDU-Kandidat zu seinem Mitbewerber, der in letzter Zeit für ihn mit roten Kacheln bei den Postings in Social Media auffällt. „Da trennen uns Welten“, so Dr. Martinnder dazu nicht mehr sagen wollte. Für den CDU-Kandidaten ist es wichtig, diesmal den Wahlkreis zurückzuholen, da man bei der letzten Landtagswahl diesen nur knapp gegen die SPD verlor. „Ich bin richtig motiviert“, so Dr. Martin.

Laura Ludwig, die als B-Kandidatin sich den Delegierten vorstellte, ging in ihrer Rede auf die letzten fünf Jahre ein, und zeigte sich noch erfreut, dass man ihr damals als 20-Jährige das Vertrauen schenkte. „Es war mir eine Ehre, ihn damals im Wahlkampf zu unterstützen. Dabei habe ich unglaublich viel gelernt. Wichtig aber war die Ergänzung unserer Fähigkeiten:  die Erfahrung des promovierten Juristen, mit der ideenreichen Art einer jungen Frau. Wir waren und sind ein Symbol dafür, dass wir als Volkspartei alle Gruppen unserer Gesellschaft ansprechen wollen“, so Ludwig.

Wenn sie auch ein „Kreuznacher Gässjer“ ist, teilt man in der Stadt die Sorgen und Probleme des ländlichen Raumes. Das betreffe die Bereiche ÖPNV, die medizinische Versorgung von Apotheken und Arztpraxen oder die digitale Infrastruktur.  

„Umland und Stadt gehören zusammen – ohneeinander geht es nicht. Auch die Stadt gehört zum ländlichen Raum. Diese Erkenntnis macht nicht jeden glücklich, dadurch wird sie aber nicht weniger richtig.  Es geht um die gesamte Region, um unser Naheland, um den Wahlkreis 17. Am Ende des Tages ist es doch egal, woher man kommt. „Wichtig ist es, unsere gemeinsame Heimat im Herzen zu tragen“, sagte Ludwig zu den Delegierten.

Bei den anschließenden Wahlen wurde Dr. Helmut Martin bei 85 Ja-, 8 Nein und 2 Enthaltungen mit 91,4 Prozent zum Landtagskandidaten gewählt. Mit 79 Ja-, 13 Nein und 5 Enthaltungen ist mit 85,8 Prozent Laura Ludwig wieder zur B-Kandidatin gewählt worden.


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