DRK-Rettungsdienst appelliert: Notfälle trotz Corona-Pandemie ernst nehmen und Rettungsdienst rufen

REGION. Der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe warnt angesichts der hohen Infektionszahlen und der gestiegenen Belegung von Kliniken davor, während der Corona-Pandemie medizinische Notfälle wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu unterschätzen.

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„Die Annahme, dass eine Corona-Infektion gefährlicher sei als beispielsweise ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist falsch und schlimmstenfalls lebensbedrohlich. Auch während der Corona-Pandemie sollten Herzinfarkt- oder Schlaganfallsymptome unbedingt ernst genommen werden. Das Gleiche gilt für akute Atemnot und selbstverständlich auch für schwere Verletzungen und Unfälle. Bei deren Auftreten sollen Betroffene oder angehörige sofort den Rettungsdienst (112) alarmieren. Die Chance auf Rettung vor lebensbedrohlichen Behinderungen oder gar Tod darf nicht verspielt werden“, warnt Notfallsanitäter Daniel Schon vom DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe eindringlich. Rettungsdienst und Krankenhäuser stellten die unmittelbare Notfallbehandlung bei gleichzeitigem Schutz vor einer Infektion sicher. Dafür wurden auch im DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe umfassende Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte erarbeitet, welche sowohl Patienten als auch die Mitarbeitenden im Rettungsdienst schützen.

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Trotz der Absage von Routinebehandlungen sei die Notfallbehandlung von Patientinnen und Patienten neben Corona-Erkrankungen weiterhin gewährleistet. „Eine Absage von Operationen und Eingriffen in den Kliniken erfolgt nur dann, wenn dies aus medizinischer Sicht vertretbar ist und unbedenklich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann“, stellt Philipp Köhler, Pressesprecher des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe fest. Ein wesentliches Problem sei jedoch, dass gerade bei älteren Menschen durch die Kontaktbeschränkungen häufig keine Angehörigen anwesend seien, die Symptome eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts erkennen und einen Notruf absetzen könnten, oder aber auch dass die Symptome von den Betroffenen verdrängt würden.

Schon während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr waren die Behandlungszahlen bei lebensbedrohlichen und zeitkritischen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zurückgegangen. Laut einer Untersuchung des Aktionsbündnisses Informations- und Kommunikationstechnologie in Intensiv- und Notfallmedizin (AKTIN-Notaufnahmeregister) waren vor allem Notaufnahmen und Notfallkrankenhäuser von rückläufigen Krankenhauseinweisungen betroffen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lag der Rückgang bei der Aufnahme von Patientinnen und Patienten, die jünger als 60 Jahre waren, bei 42 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. In der Altersgruppe ab 60 Jahren waren es 34 Prozent weniger. In der Analyse des Notaufnahmeregisters betrug die Abnahme der Behandlungen bei Herzinfarkten 40 Prozent, bei chronischen Lungenerkrankungen 50 Prozent und bei Schlaganfällen 24 Prozent.

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„Die Menschen in der Region können sich auf einen sicheren und funktionierenden Rettungsdienst verlassen – gerade in anspruchsvollen Zeiten wie jetzt. Alle Mitarbeitenden sind bei uns mit großem Engagement bei der Sache und weiterhin stets einsatzbereit“ ist sich DRK-Sprecher Köhler sicher. Daher rät der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen nochmals eindringlich bei Notfällen nicht zu zögern.

red – 12.11.20

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