Rheinland-Pfälzischer DEHOGA klagt gegen Gastroverbot – Haumann: “Regierungschefs holen Vorschlaghammer heraus”

Dehoga-Präsident Gereon Haumann.

RHEINLAND-PFALZ. Die Schließung der kompletten Gastronomie und der Hotellerie ab Montag, 2. November wird der rheinland-pfälzische Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) nicht so einfach hinnehmen. Im Gespräch mit Nahe-News sagte der Präsident, Gereon Haumann, dass man seine Mitgliedsbetriebe bei entsprechenden Klagen bei Gericht unterstützen werde. Die Rechtsanwälte wurden bereits nach der Pressekonferenz von Angela Merkel und Malu Dreyer informiert.

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„Der gestrige Tag ist ein Schlag ins Gesicht für die Branche mit den meisten Mitarbeitern in Rheinland-Pfalz und Deutschland. Eine Branche, die in den letzten Monaten enorm investiert habe, um alle Corona-Auflagen zu erfüllen und die alle Hygiene-Anforderungen einhalte. Gastronomie und Hotellerie sind keine Pandemietreiber. Wer jetzt die Zahlen des RKI in Frage stelle, lasse die Grundregeln der Statistik außer acht. Die beschlossenen Maßnahmen seien ungeeignet die Pandemie wirkungsvoll und effektiv einzudämmen. Wie kann es sein, dass in dieser Zeit vollgestopfte Schulbusse Kinder in die Schule fahren? Unsere Hygieneprofis in der Gastrobranche dagegen ausgebremst werden. Durch die Schließung der Gastronomie werden sich die Treffen auf die privaten Haushalte verlagern. Und das ist kontraproduktiv“, so Haumann.

Richtig enttäuscht ist Haumann von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Gereon Haumann: „Frau Merkel muss wissen, dass sie mit dieser Maßnahme die Existenz von rund 250.000 Gastgebern und damit weit über 2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. Und Frau Dreyer muss wissen, dass mit dieser unverhältnismäßigen Maßnahme für jede vierte Familie in Rheinland-Pfalz ihr Haupt- oder Nebeneinkommen aus dem Tourismus gefährdet ist. Wenn die Erwartungen der Regierungschefs nicht aufgehen werden, bescheren sie mit ihren Beschlüssen unseren Gastgebern und deren Mitarbeitern ein dunkles Weihnachtsfest.“

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Die Aussage der Kanzlerin, dass die Kontaktverfolgung nicht mehr überprüfbar ist, lässt Haumann nicht gelten. „Wie kann es sein, dass in der heutigen Zeit keine digitale Kontakterfassung und deren wesentlich schnellere Nachverfolgung angewendet wird“, fragt sich Haumann.

Für den rheinland-pfälzischen Präsidenten holen die Regierungschefs den Vorschlaghammer raus, obwohl ein feingliedriger Werkzeugkoffer vorhanden ist.

pdw – 29.10.20

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