Nach roter Corona-Warnampel: Kreis Birkenfeld verschärft Corona-Regeln

KREIS BIRKENFELD. Vor allem mit einer strikten Begrenzung der Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen und privaten Feiern und einem Verzicht auf Sport mit Publikum wollen Landesregierung und die Kreisverwaltung die Ausbreitung der Corona-Pandemie im Landkreis Birkenfeld eindämmen. Darauf verständigte sich die gemäß dem Corona-Warn- und Aktionsplan des Landes einberufene Taskforce am Samstag. Die Maßnahmen setzen eine vom Kreis zu erlassende Allgemeinverfügung voraus und können daher erst Mitte der Woche in Kraft treten. Zunächst sollen sie für einen Monat gelten. Etwaige Verschärfungen oder Lockerungen werden kurzfristig abgestimmt.

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Weil die meisten Fälle, die die Inzidenz nach oben getrieben haben, auf private Feiern zurückzuführen sind, begrenzt der Landkreis Feiern im öffentlichen und privaten Raum auf zehn Teilnehmer aus zwei Hausständen. Veranstaltungen drinnen und draußen werden auf 75 Personen limitiert. Dabei müssen pro Kopf wenigstens zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Sportveranstaltungen – auch unter freiem Himmel – sind nur noch ohne Zuschauer erlaubt. Für die Gastronomie gibt es vorerst keine Auflagen, die über die Corona-Bekämpfungsverordnungen des Landes hinausgehen: Die Taskforce setzt darauf, dass das für die US-Soldaten verhängte Betretungsverbot in den Bars und Pubs in Baumholder Wirkung zeigt. Polizei und Ordnungsbehörden kündigen für alle Bereiche strenge Kontrollen an.

Außerdem appelliert der Kreis an die Bürger, auf stark frequentierten Plätzen – auch in Fußgängerzonen – Masken zu tragen und Martinszüge, Weihnachtsmärkte und ähnliche Festivitäten abzusagen.

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Auf die Alarmstufe Rot sprang die Corona-Ampel für den Kreis Birkenfeld am Freitag, da die 7-Tage-Inzidenz die Schwelle von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner überschritt – ohne vorher in die Warn- (Gelb) oder die Gefahrenstufe (Orange) geraten zu sein. Am Samstag gab das Landesuntersuchungsamt für den Kreis Birkenfeld sogar einen Anstieg auf 93 bekannt, am Sonntag auf 108. Dies liegt auch daran, dass die US-Streitkräfte erst auf wiederholtes  Nachhaken der Kreisverwaltung ihre Corona-Fälle meldeten – und zwar gebündelt, sodass Befunde von Ende September und Anfang Oktober noch in die 7-Tage-Inzidenz einflossen, wie der Kreisbeigeordnete Peter Simon darlegt. Tatsächlich fallen von 50 seitdem infizierten US-Soldaten nur 15 in diesen Wochenzeitraum.

Ohne das US-Militär beträgt die 7-Tage-Inzidenz bei 37 bestätigten Fällen 46 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Einschließlich der 15 innerhalb der letzten Wochen an Covid-19 erkrankten GIs ergibt sich eine Inzidenz von 62, da nur 2702 Amerikaner auf die Bevölkerungszahl anzurechnen sind.

In der Stadt Idar-Oberstein ist die 7-Tage-Inzidenz auf 70, in der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen auf 67 geklettert.

red – 19.10.20

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