Auf ins nächste Level: 50 Jahre Fachkräfte „made by Michelin“

Werkdirektor Cyrille Beau (1. v. r.), Personalleiterin Dr. Heike Notzon (l.) und Betriebsratsvorsitzender Muharrem Kaya (2. v. r.) überreichen dem Jubilar Egon Weyrich eine Medaille, die eigens für die Premiere eines 50-Jahre-Jubiläums angefertigt wurde. Foto: Ulrike Dalheimer/Michelin

BAD KREUZNACH. Am 1. September 1970 hieß es für 18 junge Männer erstmals: „Herzlich willkommen zum Start Eurer Ausbildung bei Michelin in Bad Kreuznach!“ Einer von ihnen feiert ein halbes Jahrhundert später sein Betriebsjubiläum: Auf den Tag genau tritt er seinen wohlverdienten Ruhestand an – und ist damit der erste Mitarbeiter bei Michelin in Deutschland, der auf 50 Jahre aktive Betriebszugehörigkeit zurückblickt. Rund 800 Auszubildende hat der Reifenhersteller an der Nahe seither auf ihre berufliche Karriere vorbereitet. Heute sind bei Michelin 52 junge Menschen aus drei Jahrgängen auf dem Weg zu ihrem Facharbeiterabschluss. Für sie heißt es: „Auf ins nächste Level“ – mit digitalem und analogem Rüstzeug werden sie die Hightech-Anlagen der neuesten Generation warten.

Investition in die Zukunft
„Der Aufwand, den wir für die Ausbildung betreiben, ist eine Investition in die Zukunft“, so Personalleiterin Dr. Heike Notzon. „Dabei wollen wir unseren Auszubildenden neben dem fachlichen Wissen und Können auch soziale Kompetenz vermitteln.“ Hierzu lernen die jungen Leute in Workshops und Übungen Eigenverantwortung, Team- und Kommunikationsfähigkeit. Gesundheitskurse, Spiel- und Sportaktionen runden das Programm außerhalb der Fachausbildung ab.

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„Die praxisnahe Ausbildung sowohl in der Lehrwerkstatt als auch draußen in den Werkhallen ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg“, ergänzt der Betriebsratsvorsitzende Muharrem Kaya. „Dabei werden unsere Auszubildenden von ihren Ausbildern in der Lehrwerkstatt ebenso wie von den Ausbildungspaten vor Ort intensiv unterstützt.“

Höhere Selbständigkeit durch mehr Projektarbeit
Die ersten Lehrlinge oder „Stifte“, wie man sie damals nannte, wurden bei Michelin in Bad Kreuznach zu Schlossern und Starkstromelektrikern ausgebildet. Nicht nur die Berufsbezeichnungen sind heute anders. Zwar hat sich an dem Berufsprofil nichts Wesentliches geändert.

Der Ausbildungsjahrgang 1970. Dritter von rechts ist Egon Weyrich, der erste Mitarbeiter, der auf 50 aktive Beschäftigungsjahre zurückblicken kann. Ein Teil der Gruppe trifft sich bis heute regelmäßig in einer geselligen Runde. Foto: Michelin

Natürlich hat sich die Technik weiterentwickelt und die Digitalisierung spielt eine immer wichtigere Rolle. Die größte Änderung aber hat sich in dem Ausbildungsablauf ergeben: Früher blieben die Lehrlinge drei Jahre in der Lehrwerkstatt. Erst dann machten sie für ein halbes Jahr einen Betriebsdurchlauf.

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Heute gehen die Michelin Azubis schon nach dem ersten Jahr in die Werkhallen, wo sie zweieinhalb Jahre lang mehrfach die Fachabteilung wechseln. Außerdem bearbeiten sie nicht nur Arbeitsaufträge, sondern nehmen eigenständig Projekte in die Hand.

“Unsere Azubis lernen heutzutage viel mehr über die gesamten Prozesse, lernen vor- und nachgeschaltete Abteilungen kennen, können sich besser orientieren und Probleme hierdurch viel selbständiger angehen”, erklärt Ausbildungsleiter Johannes Ender. Diese fundierte, praxisorientierte Ausbildung erleichtert ihnen wesentlich den späteren Berufseinstieg.

Auch Frauen greifen zu Feile, Bohrer und Lötkolben
Das sind nicht die einzigen Unterschiede zwischen damals und heute: Waren technische Ausbildungen noch eine reine Männerdomäne, greifen heute auch junge Frauen zu Feile und Bohrer. Das Einstiegsalter liegt heute bei über 16 Jahren, vor 50 Jahren waren die Lehrlinge noch 14 Jahre alt, als ihre Ausbildung begann. Mussten die Azubis früher noch ausführliche Berichtshefte und Tätigkeitsnachweise mit mühsam erstellten manuellen Zeichnungen abliefern, wird der Monatsausdruck heute auf dem Computer verfasst. Wenn die ehemaligen Lehrlinge früher ihren Abschluss in der Tasche hatten, ging das Lernen erstmal weiter: Auf ihren wertschöpfenden Einsatz in der Fachabteilung mussten sie langwierig vorbereitet werden. Heute verbringen die Azubis das letzte Halbjahr ihrer Ausbildung in ihrer späteren Abteilung und können nach ihrem Abschluss direkt durchstarten.

Bei allen Unterschieden zwischen früher und heute – in einem Punkt hat sich nichts geändert: Damals wie heute ist die fundierte Ausbildung bei Michelin ein Sprungbrett in eine gesicherte und erfolgreiche berufliche Zukunft.

50 Jahre Ausbildungskompetenz
Insgesamt befinden sich bei Michelin in Bad Kreuznach zurzeit 52 zukünftige Facharbeiterinnen und Facharbeiter in der Ausbildung. Ihre Fachrichtungen sind Elektronik in Betriebstechnik, Industriemechanik und Zerspanungsmechanik.

Seit 1970 bildet Michelin in Bad Kreuznach kontinuierlich qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Wartung seiner Hightech-Anlagen aus. Eine mit modernen Werkzeugmaschinen ausgestattete Ausbildungswerkstatt, vier kompetente Ausbilderinnen und Ausbilder sowie zahlreiche erfahrene Ausbildungspaten in den Produktionsbereichen sichern den hohen Qualitätsstandard der beruflichen Qualifizierung.

Michelin gibt Interessierten gerne Einblicke in seine Ausbildungswerkstatt: sei es beim „Girls’ Day“, bei der Bad Kreuznacher „Nacht der Ausbildung“, bei Werkführungen für Schulklassen und Lehrergruppen oder mittels Schülerpraktika. Zudem stehen Ausbilder und Auszubildende bei mehreren Ausbildungsbörsen in der Region für persönliche Gespräche zur Verfügung. Die Michelin Ausbilder legen großen Wert auf den direkten Kontakt. Daher hoffen sie, dass Veranstaltungen, die in diesem Jahr Corona-bedingt ausfallen mussten, bald wieder stattfinden können.

red – 11.09.20

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