Spatenstich für das Solar-Quartier

BAD KREUZNACH. Nach dem Spatenstich für die Produktionsstätte klimaneutraler Wohnhäuser an der Otto-Meffert-Straße im April folgt nun der Spatenstich für das Solar Quartier im Neubaugebiet „In den Weingärten“: „Bad Kreuznach wird damit erste Modellstadt in der Umgebung für die klimapositive Nutzung von Häusern“, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsbaugesellschaft Gewobau Bad Kreuznach ist. Die Gewobau erschließt die für das Modellprojekt benötigten Bauplätze.

ANZEIGE:

„Wir schaffen mit dem zweiten Bauabschnitt in den Weingärten die Voraussetzungen für attraktiven Wohnraum im Südosten der Stadt“, ergänzte der Geschäftsführer der Gewobau, Karl-Heinz Seeger. Auch die Gewobau wird drei der Grundstücke im Solar-Quartier bebauen und später vermieten. Damit setzt die Wohnungsbaugesellschaft auch ein Zeichen für den Wertewandel in der Wohnungswirtschaft. Es zähle nicht länger das günstigste, sondern das nachhaltigste Angebot. „Unser Ziel ist eine klimapositive Energiebilanz, von Beginn der Produktion über den gesamten Lebenszyklus eines Hauses“ erläuterte Thomas Sapper, Geschäftsführer der FUTUREhaus, die das Solar Quartier bauen wird.

Das Solar Quartier nimmt nach Ansicht von Karl-Heinz Seeger eine Schlüsselposition im Baugebiet ein: FUTUREhaus vermarktet 28 energieautarke Wohnhäuser, über ein verbundenes Netz aus Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern Strom für den eigenen Bedarf, aber auch für das ganze Quartier erzeugen. „Die PV-Anlagen auf den Pultdächern dieser Häuser produzieren mit jeweils 13,2 und 15 Kilowattpeak erheblich mehr Energie, als ihre Bewohner in der Jahresbilanz benötigen“, so Sapper. Dies liege auch an der optimalen Ausrichtung der Dächer. Die so autark gewonnene Energie werde zunächst für den Eigenbedarf, dann für die Versorgung von Nachbarn im Quartier genutzt. Als drittes erfolgt die Einspeisung in den gemeinsamen Quartiersspeicher mit einer Kilowattleistung von 300 kWh. Zudem seien alle Wohngebäude im Quartier über ein gemeinsames Nahverbundnetz verknüpft, das mit niedriger Vorlaufzeit arbeite, deshalb nur kleine Wärmepumpen benötige. Die Kosten für Warmwasser und Heizung werden somit günstiger.

ANZEIGE:

12 Grundstücke seien bereits von Interessenten reserviert. FUTUREhaus übernehme auch die Planung durch eigene Baufachberater, erläuterte Thomas Sapper anlässlich des Spatenstichs. Die Häuser werden in drei Gebäudetypen erstellt und haben insgesamt 25 verschiedene Grundrisse, die sich individuell zusammenstellen lassen. Zum Einsatz kommen vorgefertigte Holzspanwände mit Betonkern, die durch ein innovatives energetisches Konzept ergänzt werden. FUTUREhaus arbeitet mit dem Energieunternehmen Innogy sowie dem Smart-Home-Technikunternehmen myGEKKO zusammen.
Produziert wird in der neuen Produktionsstätte in Bad Kreuznach und in Modulbauweise, auch ein Beleg für den klimafreundlichen Fußabdruck der Häuser. Weite Wege von der Produktionsstätte zum Bauplatz entfallen damit. Ein innovatives Monitoring über zwei Jahre verfolgt die Klimabilanz jedes einzelnen Gebäudes, von der Produktion bis zur Fertigstellung. „Diese CO2-Vollbilanzierung von Gebäuden ist ein Novum in der Branche“, so Sapper.

Das Solar Quartier wird auch in Sachen „Wohnen und Mobilität“ neue Maßstäbe in Bad Kreuznach setzen: Teil des Konzeptes ist, dass jedes Haus über eine eigene Wallbox zur Ladung von eMobilität verfügt und darüber hinaus den Bewohnern im Quartier drei Fahrzeuge und zehn eBikes sowie zwei Lastenfahrräder zur Verfügung gestellt werden, um überschüssige Energie in Mobilität zu wandeln. Die benötigte Energie kommt direkt aus dem Quartiersspeicher.

red – 03.07.20

Nahe-News Newsletter:

Möchten Sie keine aktuellen Nachrichten mehr verpassen, dann melden Sie sich einfach für den Newsletter an. Sie müssen nur einfach Ihre Mailadresse in das Feld am unteren Ende dieser Seite eintragen!

Aktuelle News erfahrten Sie auch auf folgenden Seiten:
Facebook-Fanseite, Instagram und Twitter.