Eugenie Michels Hospiz hat zwitschernde und schnaubende Helfer

BAD KREUZNACH. Sie heißen Eclipse, Mia, Mathilda, Marla, Henry, Yalaa und Löwenherz. Sie piepsen, schnurren, schnauben und schmusen mit den Gästen des Eugenie Michels Hospiz in Bad Kreuznach.

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Christina Gann, die das Haus in Bad Kreuznach, aber auch das Aenne Wimmers Hospiz in Simmern leitet, nennt die Tiere augenzwinkernd „Kollegen“. „Sie erreichen die Menschen, die hier wohnen, auf anderen Ebenen, als wir und die professionell geschulten Ehrenamtler.“

Im großen hellen Frühstücksraum in Bad Kreuznach steht eine Vogelvoliere. Das Zwitschern der Zebrafinken erfüllt den Raum, auch wenn es draußen mal neblig und trüb ist. Vor dem großen Aquarium sind die Sessel selten unbelegt. „Wir erleben, dass Gäste, die kaum noch Kontakt nach außen suchen, uns darauf ansprechen, wenn ein Fisch fehlt“, so Gann. Ihre Mitarbeiterin Sonja Michel-Mayer, die viele ausgewöhnliche Tierbesuche im Haus vorbereitet, ergänzt: „Tiere schaffen im Hospiz eine Atmosphäre der Normalität.“

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Beide haben den Wahlspruch „Dem Tag Leben geben, nicht dem Leben Tage.“ So werden mit den Besuchen, von Hunden, Eulen und dem Therapiepony „Eclipse“ Momente geschaffen, die das Hier und Jetzt betonen. „Wir hatten einen Tierarzt als Gast im Haus, der sehr verschlossen war. Aber als er das Gefieder der Eule gestreichelt hat, lächelte der Mann“, erzählt Gann. Solche und ähnliche Tier-Geschichten hat sie im Dutzend auf Lager. Sie schwärmt von Mia, der Hausmieze, die täglich frei durch die Zimmer streunt und ihre Samtpfoten überall dort anlegt, wo sie gebraucht wird.

Katze Mia

In Deutschland wurde in den 90er Jahren erste Erfahrungen mit Tieren in Hospizen gesammelt. Heute kann im Hospiz der Stiftung kreuznacher diakonie nach Rücksprache auch das eigene Haustier vorbeikommen. „Die Wärme und das Fell wirken beruhigend auf die Menschen, sie nehmen die Schwere weg“, so Gann und Michel-Mayer, die immer wieder gerne tierisches Leben ins Haus bringen. Vor kurzem erst das Therapiepony Eclipse, das Tierärztin Alexandra Ebeldinger gehört. Auch für sie ist es ein berührendes Erlebnis zu sehen, wie Menschen, den Tod vor Augen, Freude und Frieden finden, wenn sie die Mähne des Zwergponys durchwühlen und das sanfte Schnauben der Stute hören.

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Christina Gann will mehr Tierbesuche ermöglichen, wenn es die finanziellen Ressourcen erlauben: „Wir finanzieren uns zu 5 Prozent aus Spenden, was eine große Herausforderung darstellt.“ Normalerweise hält sie Vorträge, um auf die Hospizarbeit aufmerksam zu machen. In Corona-Zeiten sind all diese Veranstaltungen abgesagt. Das macht es schwer, Spenden zu sammeln. Alexandra Ebeldiner und Eclipse haben das Hospiz kostenlos besucht – abgesehen natürlich von dem Leckerli das Pony Eclipse von einem Hausgast bekommen hat. Hausbewohnerin Sandra, bei der Mia im Moment gerne schläft, sagt: „Mich lenkt der Besuch von Mia einfach ab, dann denke ich nicht nach. Ich streichele einfach die Katze!“

Wenn Sie die Hospizarbeit unterstützen möchten, finden Sie weitere Informationen auf der Homepage der Stiftung kreuznacher diakonie: www.kreuznacherdiakonie.de.

Der SWR hat einen Beitrag über das Therapiepony „Eclipse“ und die Therapieärztin Alexandra Ebeldinger gedreht, der Beitrag soll voraussichtlich am 3. Juni, 21.15 Uhr, im SWR gesendet werden.

red – 29.05.20

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