Corona-Virus: Langenlonsheimer steckte sich in Tirol an – Neue Infos der Verwaltung

LANGENLONSHEIM / KREIS BAD KREUZNACH. „Einzig die teils aufkeimende Panik ist aktuell verunsichernd“, macht Gesundheitsamtsleiter Dr. Ernst-Dieter Lichtenberg am Tag 1 nach dem Auftreten des Coronavirus im Landkreis deutlich. Auch wenn natürlich ein generelles Infektionsrisiko gegeben ist, bestehe derzeit absolut kein Anlass dazu, andere Einrichtungen, wie Kindertagesstätten oder weitere Schulen zu schließen. „Sofern sich an dieser Lageeinschätzung unseres Gesundheitsamtes etwas ändert, werden wir unverzüglich mit den Trägern der Einrichtungen in Kontakt treten“, verspricht auch Landrätin Bettina Dickes. „Der schlechteste Ratgeber ist Panik, von daher bitte ich auch in Richtung der Entscheidungsträger vor Ort darum, die Ruhe zu bewahren. Es ist ganz wichtig, dass das staatliche Handeln stabil fortgeführt wird“, so die Landrätin. Dies sei auch in der Kreisverwaltung der Fall. „Unsere Ämter arbeiten regulär weiter, wir sprechen von Corona, nicht von Ebola“, verdeutlicht Dickes.

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Neue Erkenntnisse konnte das Gesundheitsamt zwischenzeitlich zu dem Fall aus Langenlonsheim bekanntgeben. Bei dem Erkrankten handelt es sich demnach um einen 47-jährigen Mann. Das Virus hat er sich vermutlich während eines Aufenthalts in Tirol eingefangen. Da der Erkrankte in den vergangenen beiden Wochen trotz Krankheitssymptomen unterwegs war, sei davon auszugehen, dass er das Virus bereits verteilt hat. „Schon in der Nacht wurden uns weitere, nachgewiesene Erkrankungsfälle gemeldet. Ob die Ansteckung durch den Ersterkrankten aus Langenlonsheim erfolgte, wird aktuell durch unsere Hygieneinspektoren nachvollzogen. Wir müssen wegen dieser Entwicklung zumindest eine flächendeckende Ausbreitung erwarten“, erklärt Dr. Lichtenberg. Alle nachgewiesenen Erkrankungsfälle stünden in häuslicher Quarantäne. Eine Klinikeinlieferung sei zumindest bisher noch in keinem Fall notwendig geworden.

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Zugleich macht er noch einmal deutlich, dass auch diese Erkenntnis keine Panik begründet: „Bei etwa 80 Prozent der Infizierten treten keine besonderen, teils gar keine Symptome auf. Auch die Genesung ist in aller Regel unproblematisch. Sie können das Virus aber verbreiten, was die Eingrenzung sehr schwer macht, zumal das Virus auf Oberflächen bis zu 9 Tagen ansteckend bleibt“. Schwerer betroffen sein können aber gefährdete Gruppen mit höherem Alter oder schwerwiegenden Vorerkrankungen. Diesen Personengruppen rät der Amtsarzt zur besonderen Vorsicht. „Insgesamt gilt aber weiterhin für alle: Abstand halten, eine gute Handhygiene durchführen und nicht notwendige Veranstaltungen verschieben“.

Außer bei den beiden rein vorsorglich geschlossenen Schulen, dem Gymnasium am Römerkastell und der IGS Sophie-Sondhelm, besteht nach Einschätzung des Gesundheitsamtes zum jetzigen Zeitpunkt kein Anlass, weitere Schulen oder Kitas zu schließen.

Die Schülerinnen und Schüler beider Schulen befinden sich nicht in Quarantäne. Die Schulen wurden nur deshalb vorsorglich geschlossen, um diese als möglicher Ausbreitungsherd nach Bekanntwerden der Situation auszuschließen.

Wann die beiden Schulen wieder geöffnet werden, entscheidet sich nach Vorliegen des Testergebnisses des Sohnes des Erkrankten, der das Gymnasium am Römerkastell besucht. Die Ergebnisse werden am Donnerstag erwartet.

Sofern eine längerfristige Schließung der Schulen notwendig wird, laufen bereits jetzt Vorbereitungen, die mündlichen Abiturprüfungen an anderer Stelle stattfinden lassen zu können.

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Infos:
Neben zwischenzeitlich bestätigten weiteren Erkrankungsfällen kursieren speziell im Netz zahlreiche sogenannte Verdachtsfälle umher. Hier bittet die Kreisverwal-tung ausdrücklich darum, keine Vermutungen oder Theorien zu verbreiten.
Und zum Schluss ein guter Rat der Kreisverwaltung: Ruhe bewahren und dem Alltag nachgehen!

red – 11.03.20

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