Abgeordneter Stein und Abgeordnete Lezius äußern sich zur Schließung der Kirner Bereitschaftsdienstzentrale

KIRN / KREIS BAD KREUZNACH. Anlässlich der bekanntgewordenen Absichten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), zum 1. Juli 2020 die Bereitschaftsdienstzentrale in Kirn zu schließen, hat sich der Landtagsabgeordnete Markus Stein (SPD) am Freitag schriftlich an die KV gewandt.

ANZEIGE:


„Die Menschen im ländlichen Raum spüren die Zentralisierung der Angebote des täglichen Lebens ganz besonders. Banken, Supermärkte und Einzelhandel spielen hier sicher eine wichtige Rolle, bei der stetigen Zentralisierung der medizinischen Grundversorgung in urbanere Regionen geht es hingegen um ein Gut der Menschen, das wichtiger nicht sein könnte: deren Gesundheit“, so Stein in seinem Schreiben an die KV.
Auch deshalb sei die Sicherstellung einer adäquaten medizinischen Versorgung im ländlichen Raum für ihn als Abgeordneten eines ländlich geprägten Wahlkreises von großer, zentraler Bedeutung und mithin der Grund für seine Intervention.

Wie er von der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler unmittelbar nach Bekanntwerden der Situation erfahren habe, liege die Entscheidung zur Schließung der Kirner Bereitschaftsdienstzentrale und der Einführung der neuen Modellprojekte ausschließlich in der Kompetenz der KV als Inhaber des Sicherstellungsauftrages. Da Stein noch zu viele Fragezeichen sehe, habe er in seinem Brief um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:

– Als Grund für eine Schließung der BDZ wird eine „sehr geringe“ Nutzung dargelegt. Welche Zahlen liegen dieser Feststellung zugrunde?

Welches Gebiet deckt die Kirner BDZ ab? Aus welchen Gemeinden kamen bislang die meisten Patientinnen und Patienten? Ist es zumutbar, in entsprechenden Situationen eine BDZ in Idar-Oberstein anzufahren und mit welchen Entfernungen ist dann zu rechnen?

Wie genau soll der mobile ärztliche Bereitschaftsdienst funktionieren? Wie schnell kann ein solcher Bereitschaftsdienst bei den Patientinnen und Patienten erscheinen? Wie beauftragt man den mobilen Dienst und welche Voraussetzungen müssen hierfür gegeben sein?

Wie wirkt sich die Schließung des BDZ auf das vorhandene Personal aus?

– Gibt es noch Möglichkeiten, eine Schließung der BDZ am Standort in Kirn zu verhindern?

Stein stellt klar: „Zu meinen Aufgaben als Abgeordneter gehört es natürlich, einen sachlichen Austausch mit jenen Behörden und Institutionen zu betreiben, die für einzelne Entscheidungen in unserer Region zuständig sind.“. Dies gelte insbesondere dann, wenn Entscheidungen zu Verunsicherungen führten und die Rahmenbedingungen der Entscheidung zudem nicht klar erkennbar seien.

ANZEIGE:


Die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Lezius, begrüßt die Initiative der Kassenärztlichen Vereinigung, die mit dem Modellprojekt einer mobilen Bereitschaftszentrale die baldige Schließung der stationären Bereitschaftsdienstzentrale in Kirn auffangen soll. „Zwar bedauere ich die Schließung der Bereitschaftszentrale in Kirn, da diese in einer sehr angespannten Lage erfolgt, jedoch ist deren mangelnde Auslastung ein begründeter Anlass, um so vorzugehen. Das mit dem Modellprojekt eines mobilen ärztlichen Bereitschaftsdienstes nötige Hausbesuche für immobile Patienten durchgeführt werden können, ist ein gutes Angebot. Besonders im ländlichen Raum können solche Projekte zukunftsweisend sein“, so die Abgeordnete.

red – 18.02.20

Nahe-News Newsletter:

Möchten Sie keine aktuellen Nachrichten mehr verpassen, dann melden Sie sich einfach für den Newsletter an. Sie müssen nur einfach Ihre Mailadresse in das Feld am unteren Ende dieser Seite eintragen!

Aktuelle News erfahrten Sie auch auf folgenden Seiten:
Facebook-Fanseite, Instagram und Twitter.