Streit bei DEGOGA: „Wer grob Foul spielt, muss zwangsläufig die Rote Karte bekommen.“

RHEINLAND-PFALZ. Der Streit bei der DEHOGA Rheinland-Pfalz zwischen dem Hotelier Matthias Ganter (Traben-Trarbach) hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Denn mittlerweile wurde Ganter aus dem DEHOGA-Landesverband ausgeschlossen. Die Gründe nannte Präsident Gereon Haumann am Dienstag bei einem Pressebrunch. Der DEHOGA legt großen Wert darauf, dass man Ganter nicht wegen seiner Kritik ausgeschlossen habe, sondern für sein vereinsschädigendes Verhalten.

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Hintergrund:
Im August 2018 wurde Haumanns Amtszeit bei der Landesversammlung vorzeitig mit 88 Prozent um 8 Jahre verlängert. Damit bleibt er bis 2028 im Amt. Sollten allerdings die Mitglieder nicht mehr mit Haumanns Vereinsführung zufrieden sein, müssten bei einer Versammlung Zweidrittel Mehrheit für die Absetzung Haumanns stimmen.

Im Vorfeld der Landesversammlung 2018 teilte der Vorsitzende des Kreisverbandes Bernkastel-Wittlich mit, einen Antrag auf Verlegung der Wahlen einreichen. Doch an dem Tag der Versammlung wurde der formulierte Antrag vom Kreisverband zurückgezogen. Damit wurde die Tagesordnung mit den Wahlen von den Anwesenden einstimmig beschlossen. Im Dezember 2018 reichten 20 DEHOGA-Mitglieder eine Klage beim Landgericht Bad Kreuznach ein, dass die vorzeitige Wahl unwirksam sei, und gegen die Satzung des Verbandes verstoße.
In einem ausführlichen Schreiben teilte die DEHOGA-Anwälte ihre Sichtweise und die Chronologie genau mit, und sind der Meinung, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg hat, und sie abzuweisen sei. Eine Entscheidung steht noch aus.

Was aber Gereon Haumann besonders ärgert, ist die mehrfache Aussage von Matthias Ganter, dass Haumann den Verband jährlich mit 330 000 Euro belaste.
„Die Kläger haben mit diesem Argument versucht, den beklagten Verband und dem Präsidenten Schaden in der Öffentlichkeit zuzufügen“, so die DEHOGA-Anwälte in einem Schreiben an das Gericht. Die Vergütung beträgt aber nur 256 326 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Dies wurde vom Verband bereits 2013 einstimmig beschlossen. Demnach erhält der Präsident eine pauschale Aufwandsentschädigung von 15 000 Euro monatlich und eine Kostenerstattung für Fahrzeugnutzung, Handy, Laptop, usw. in Höhe von 2950 Euro.

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Der DEHOGA-Landesverband erwirkte beim Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen Ganter, dass er die Aussage mit den Honorarkosten von 330 000 Euro nicht mehr verbreiten oder behaupten darf. Bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro oder eine Ordnungshaft von sechs Monaten.
Landesgeschäftsführerin Anna Roeren-Bergs: „Mit dieser Aussage hat sich Ganter grob verbandsschädigend verhalten, und deshalb erfolgte der Ausschluss, und nicht weil er Kritik übte“.
Präsident Haumann zog einen Vergleich zum Fußball: „Wer grob Foul spielt, muss zwangsläufig die Rote Karte bekommen.“

pdw – 11.04.19

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