Neue Tourismusausrichtung: Stadt wirft Naheland-Tourismus Versagen vor

Foto: M.Wolf

Für Bürgermeister Heinrich beginnt Hildegardweg im Irgendwo und endet im Nirgendwo“

KH. Die Stadt Bad Kreuznach wird sich in Zukunft in Richtung Mittelrheintal und Rheinhessen orientieren. Dies ist das Ergebnis der Gespräche von Oberbürgermeisterin Dr. Kaster-Meurer und Bürgermeister Heinrich, die bereits vor einigen Wochen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Bingen und der Landrätin des Landkreises Mainz-Bingen geführt wurden. Mit anwesend war die Landrätin des Kreises Bad Kreuznach.

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Heinrich: „Für die Zukunft wird angestrebt, die Aktivitäten und Initiativen mit der Stadt Bingen und dem Landkreis Mainz-Bingen engmaschig miteinander zu vernetzen und aufeinander abzustimmen. Zielsetzung ist, die Touristen im Mittelrheintal und der Rhein-Main-Region von Mainz/Wiesbaden bis Frankfurt am Main noch stärker als bisher zu erreichen.“

Weitere flankierende Maßnahmen wurden bereits in Angriff genommen. Um die Erreichbarkeit der Stadt Bad Kreuznach für potentielle Gäste leichter und attraktiver zu machen, wurden durch die Oberbürgermeisterin Dr. Kaster-Meurer und den Bürgermeister Heinrich bereits Gespräche mit dem Verkehrsverbund RNN aufgenommen, um die Möglichkeit zu schaffen, mit Kombi-Ticket aus dem Rhein-Main Verkehrsverbund auch den Landkreis Mainz-Bingen und die Stadt Bad Kreuznach noch komfortabler als bisher zu erreichen.

Versagen der Naheland-Tourismus

Scharf kritisiert wird von OB Kaster-Meurer und Bürgermeister Heinrich der Naheland-Tourismus. Ihm werfen sie sogar Versagen vor. Einig sind sich Oberbürgermeisterin Dr. Kaster-Meurer und Bürgermeister Heinrich in der Beurteilung, dass die Naheland-Tourismus seit Jahren ihrer Aufgabenstellung nicht gerecht wird, nachhaltige Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, um den Tourismus in der Naheregion dauerhaft voranzubringen.

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Damit stehen die beiden Bad Kreuznacher Stadtvorstandsmitglieder nicht allein. Vor wenigen Wochen beschlossen alle Bürgermeister und der Landrat des Landkreises Birkenfeld, aus der Naheland-Tourismus auszusteigen und sich in Richtung der Region Saar/Hunsrück zu orientieren.

Wolfgang Heinrich (Foto: Archiv)

Heinrich: „Mit der Orientierung in Richtung der Stadt Bingen und des Landkreises Mainz-Bingen stellt sich auch für uns als Stadt Bad Kreuznach grundsätzlich die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, ebenfalls aus der Naheland-Tourismus auszusteigen. Diese hat es nicht geschafft, das Naheland als Marke am Tourismusmarkt zu etablieren. Die gesparten Mitgliedsbeiträge können jedenfalls für die Stadt Bad Kreuznach künftig sinnvoller eingesetzt werden“.

„Hildegardweg beginnt im Irgendwo und endet im Nirgendwo“

Heinrich kritisiert vor allem, wie auch die Birkenfelder Bürgermeister, die Planlosigkeit und fehlenden nachhaltigen Konzeptionen der Naheland-Tourismus. Vorhandene Schwerpunkte, wie z.B. die Klosterruine Disibodenberg, werden kaum gefördert und entsprechend vermarktet. Stattdessen hat man vor vielen Jahren die Entstehung eines Orgel-Art-Museums mit erheblichen öffentlichen Mitteln gefördert, das nun in privaten Besitz überführt wurde und schaffte mit dem Hildegardweg einen Pfad, der im Irgendwo beginnt und im Nirgendwo endet, ohne dass eine hinreichende gastronomische Versorgung der Touristen gewährleistet ist. Heinrich: „Wir sehen uns als Stadtvorstand der Stadt Bad Kreuznach in der Pflicht, das bisher Erreichte nicht nur als Erfolgsgeschichte zur Kenntnis zu nehmen, sondern bereits heute schon durch adäquate Weichenstellungen in Zukunftsregionen dafür Sorge zu tragen, dass der wichtige Tourismusstandort sich parallel zum Gewerbestandort Bad Kreuznach in den nächsten Jahren noch dynamischer weiter entwickeln kann.“

Zahlenmäßig sieht es bei den Übernachtungszahlen für die Stadt gut aus. Sie hat eine Steigerung von 4,7 Prozent, und liegen dabei 2,7 Prozent über den Landesdurchschnitt. „Ein Beweis dafür, dass sich die Stadt Bad Kreuznach auf dem richtigen Kurs befindet“, so Heinrich.

Zu den Vorwürfen, dass keine hinreichende Versorgung der Gastronomie am Hildegardweg vorzufinden ist, äußert sich der rheinland-pfälzische DEHOGA-Präsident, Gereon Haumann auf Nahe-News Anfrage: „Die neuerlichen Angriffe des Kämmeres gegenüber den gastgewerblichen Betrieben erschrecken mich und sind zugleich befremdlich“, so Haumann.

pdw-red – 13.04.18

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