Oberhausen/Nahe: Die Goldbegründung der Jury

OBERHAUSEN / NAHE: Der Landesentscheid 2017 im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist entschieden. Insgesamt 193 Dörfer hatten sich am Landeswettbewerb 2017 beteiligt. Davon hatten sich aus den vorausgegangenen Kreis- und Gebietsentscheiden 23 Dörfer für den Landesentscheid qualifiziert. Die interdisziplinär besetzten Jurys von jeweils fünf Personen in der Haupt- und Sonderklasse haben nach einer eingehenden Begutachtung vor Ort die diesjährigen Sieger im Landeswettbewerb ermittelt. „Das Ergebnis im Landesentscheid spiegelt die konsequente Arbeit und die großartige Gemeinschaftsleistung in den Dörfern wieder“, sagte Lewentz. „Was die Menschen in unseren Dörfern Tag für Tag für die Zukunft ihres Dorfes leisten, beeindruckt mich sehr. Der Dorfwettbewerb ‚Unser Dorf hat Zukunft‘ ist der geeignete Rahmen diese Leistungen hervorzuheben und öffentlich zu machen. Mit Hilfe der Dorferneuerung haben sich die Ortsgemeinden Gedanken um die Zukunft ihres Dorfes gemacht. Sie haben sich den aktuellen Herausforderungen die im Zusammenhang mit den demographischen und allgemeinen strukturellen Veränderungen stehen mit Engagement und Erfolg gestellt“, so der Minister.

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In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Ortsbürgermeisterin Annelore Kuhn überrascht. Sie wusste von dem Ergebnis noch nichts. „Ich bin stolz auf unsere Bürger“, so Kuhn im Nahe-News-Gespräch.

Die GOLD-Begründung der Jury für die Gemeinde Oberhausen/Nahe:

Oberhausen ist als Dorferneuerungsgemeinde anerkannt und verfügt über ein aktuelles Dorferneuerungskonzept, das vor wenigen Jahren fortgeschrieben wurde. Seitdem hat sich die Gemeinde kontinuierlich und zukunftsfähig weiterentwickelt. Eine Vielzahl privater Anwesen wurde vorbildlich saniert und im Rahmen der Dorferneuerung gefördert. Leerstände gibt es zurzeit keine. Eine gesteuerte und nachhaltige Weiterentwicklung der Ortsgemeinde wird somit gewährleistet. Exemplarisch ist außerdem die Förderung regenerativer Energien, beispielsweise durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Die Internetpräsenz der Gemeinde ist übersichtlich und sehr gut gestaltet. Neben allgemeinen Informationen zur Gemeinde und infrastrukturellen Einrichtungen, wird auch auf aktuelle Veranstaltungen und örtliche Weinbau- und Gastronomiebetriebe hingewiesen. Aufgrund der landschaftlichen Lage und der vielen Weinbau- und weiteren Gewerbebetriebe im Ort, ist Oberhausen in den Bereichen Tourismus und Gewerbe für die Zukunft sehr gut aufgestellt. Besonders erwähnenswert ist, dass in dem kleinen Ort 152 Menschen in den 28 Betrieben Beschäftigung finden. Das örtliche Gewerbegebiet wurde vorbildlich in den alten Gebäudebestand integriert. Ein Neubaugebiet wurde vor drei Jahren erschlossen, der zukünftige Schwerpunkt liegt auf der Innenentwicklung im Sinne einer nachhaltigen Dorferneuerung.

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Die Gemeinde Oberhausen verfügt über ein sehr aktives Vereins- und Dorfleben, das durch das umfassende ehrenamtliche Engagement der Bürger geprägt ist. Der generationenübergreifend organisierte Verein „Aktives Oberhausen“, der neue Projekte anstößt aber auch finanziert und realisiert ist hier besonders hervorzuheben. Mit großem gemeinsamem Engagement konnten im Ort bereits verschiedene Projekte wie der Rastplatz an der Luitpoldbrücke in Eigenleistung realisiert werden. Die kreativ und innovativ arbeitenden Vereine organisieren darüber hinaus verschiedene Veranstaltungen wie z.B. die Kunstmeile, das Luitpoldfest oder das Weinfest.

Die Gemeinde Oberhausen an der Nahe hat ihren Standortvorteil an einer der schönsten Stellen im mittleren Nahetal rechtzeitig erkannt und in den letzten Jahren viele Anstrengungen unternommen, um dies auch im Ortsbild zu unterstreichen. Viele alte Bruchstein- und Fachwerkhäuser wurden liebevoll saniert und schöne kleine Platzgestaltungen mit großem Eigenleistungsanteil hergestellt. Besonders beeindruckend in Oberhausen ist die große Anzahl an innerörtlichen Arbeitsplätzen, wobei die Betriebe architektonisch hervorragend in das idyllische Ortsbild integriert sind (Weingut Dönnhoff mit großen Betriebsgebäuden, Dentallabor im Alten Bahnhof, Campingplatz mit Kiosk im Alten Güterschuppen u.v.m.) Diese Anstrengungen ziehen inzwischen zahlreiche Rad- und Wandertouristen an, die auch die Übernachtungsmöglichkeiten und die Gastronomie in Oberhausen und Umgebung fördern.

Schon beim Rundgang durch das Dorf ist offensichtlich, dass hier ein durchdachtes und angepasstes Grünkonzept besteht: regionaltypische Pflanzen, alte und robuste Rosensorten sowie ein Augenmerk auf pflanzliche Vielfalt sind deutlich sichtbar. Der Ort ist idyllisch gelegen mit viel Platz für Bauerngärten, Fassadenbegrünung, Bäume und Sträucher, die teilweise von den Anwohnern liebevoll gepflegt werden. Das Friedhofskonzept ist ökologisch klug durchdacht und zukunftsweisend. Ein Highlight ist der örtliche Campingplatz, der relativ ortsnah liegt und durch seine langgezogene Lage entlang der Nahe eine wunderbare Erweiterung des Grüngürtels darstellt.

Die Nahe mit ihrem gepflegten Wiesen und dem naturnahen Begleitgrün sowie die steilen, teils felsigen, weinbaulich genutzten Hänge prägen die Landschaft auf der Gemarkung der Gemeinde. In großer Zahl sind hier wärmeliebende Pflanzenarten beheimatet, die man sonst nur aus Südeuropa kennt. Nirgends findet man so viele Exemplare der seltenen Würfelnatter wie an der Nahe. Durch behutsame Nutzung und pfleglichem Umgang mit diesem Naturraumpotential sorgen die Bewohner für den Erhalt dieser einmaligen Kulturlandschaft.

pdw – 15.09.17

 

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